Was ist Wirtschaftspsychologie?

Im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen ist die Wirtschaftspsychologie eine sehr junge Disziplin. Dennoch erfreut sie sich regen Zulaufs, denn viele Studierende haben in den vergangenen Jahren ihr Potenzial und die damit verbundenen Karrieremöglichkeiten erkannt. Hier wollen wir dir eine kurze Definition der Begrifflichkeit vorstellen und einen Einblick in das hochinteressante Fach und seine zahlreichen Facetten und Teilbereiche geben.

Ein wirtschaftspsychologisches Studium bewegt sich immer an der Schnittstelle von Wirtschaft und Psychologie. Klar, das sagt ja auch schon der Name. Doch diese Info allein reicht sicher nicht aus, wenn die Studienwahl auf einer gut informierten Basis getroffen werden soll. Deshalb bekommst du hier nicht nur eine Definition von "Wirtschaftspsychologie", sondern auch gleich Beispiele aus Alltag und Berufswelt sowie typische Studieninhalte. Mit diesem Wissen kann bei deiner Studienwahl also gar nichts mehr schief gehen.

 Was ist Wirtschaftspsychologie?

Definition

Die Wirtschaftspsychologie beschäftigt sich mit psychologischen Prozessen in wirtschaftsbezogenem Handeln: Menschliches Erleben, Handeln und Entscheiden in ökonomischen Abläufen stehen im Fokus dieser Wissenschaft. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet. Das heißt, die Wirtschaftspsychologie zählt zum Bereich der angewandten Psychologie.

Als Schnittstellenstudiengang besteht die Wirtschaftspsychologie aus zwei großen Teilbereichen: Betriebswirtschaft und Psychologie. Die spezielle Gewichtung kann allerdings stark variieren und hängt vom jeweiligen Studiengang ab.

Denk interdisziplinär!

Interdisziplinäre Studienprogramme nehmen im Angebot der Hochschulen seit einigen Jahren einen immer größeren Raum ein. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass es in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt vor allem darauf ankommen wird, verschiedene Wissensfelder miteinander verbinden zu können und somit neue, für die Wirtschaft relevante, Tätigkeitsfelder zu entwickeln.

Die Wirtschaftspsychologie ist dafür ein perfektes Beispiel: Hier werden grundlegende betriebswirtschaftliche Inhalte vermittelt und im Zusammenhang mit psychologischen Aspekten untersucht. Insbesondere im Kontext von Markt- und Verhaltensforschung spielt die Wirtschaftspsychologie eine Rolle, aber auch im Bereich der Personalentwicklung ist sie in großen Unternehmen kaum noch wegzudenken.

Wirtschaft und Psychologie – Wie hängen beide Bereiche zusammen?

Der Erfolg eines jeden Unternehmens hängt auch in hohem Maße von der Motivation seiner Mitarbeiter ab. Ein gutes Arbeitsklima und die Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen spielen für die zu erwartenden ökonomische Ergebnisse in einer Firma eine zentrale Rolle.

Der Wirtschaftspsychologe unterstützt mit seiner Arbeit die Schaffung eines guten Betriebsklimas. Er berät in der Regel die Geschäftsführung bezüglich geeigneter Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Arbeitsverhältnisse führen sollen. Häufig arbeiten Wirtschaftspsychologen eng mit den Personalabteilungen ihrer Arbeitgeber zusammen – etwa wenn es um die Entwicklung von Assessment-Centern und Interviews im Rahmen von Auswahlverfahren geht. Auch im Bereich Coaching und in der Optimierung von Arbeits- und Kommunikationsprozessen finden sich viele studierte Wirtschaftspsychologen.

Doch Wirtschaftspsychologen gibt es auch abseits der Personalabteilungen, zum Beispiel in Marketing oder Vertrieb: Die Werbepsychologie beschäftigt sich mit den Kaufentscheidungen potentieller Kunden und der Optimierung von Werbemaßnahmen, die diese Entscheidungen positiv beeinflussen.

In unserer Rubrik Berufswelt findest du eine Übersicht möglicher Tätigkeitsfelder für Wirtschaftspsychologen.

Studieninhalte: Das steht auf dem Lehrplan

Im Wirtschaftspsychologie Studium werden also Lerninhalte aus BWL und Psychologie miteinander verknüpft.

Im wirtschaftswissenschaftlichen Teil sind folgende Fächer häufiger Bestandteil des Studiums:

  • Mathe 
  • Statistik
  • Rechnungswesen
  • Bilanzen
  • Vertragsrecht
  • Marketing
  • Finanzierung

Der zweite große Block umfasst die psychologischen Themen. Diese sind inhaltlich stark auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgerichtet und nicht, wie viele denken, in der klinische Psychologie angesiedelt:

  • Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Medien- und Werbepsychologie
  • Burnoutprävention
  • Team-Building
  • Personalpsychologie

Wie eingangs bereits erwähnt, hängt die Gewichtung der beiden großen Themenblöcke stark vom Aufbau des jeweiligen Studienganges ab. So können in einem stark psychologisch aufgebauten Studiengang Inhalte, wie die psychologische Diagnostik und psychotherapeutische Themen durchaus auf dem Lehrplan stehen. Andersherum können in einem besonders wirtschaftlich ausgerichteten Studium die (wirtschafts-)psychologischen Inhalte deutlich weniger Bedeutung ausmachen.

Studiengänge

Weil nicht jedes wirtschaftspsychologische Studium einfach nur "Wirtschaftspsychologie" heißt, sondern auch Stichworte, wie "Arbeits- und Organisationspsychologie", "Werbepsychologie" oder "Verhaltensökonomik" im Zusammenhang mit diesem Fach auftauchen, stellen wir dir in unserer Rubrik Studiengänge alle Studiengänge, die sich mit der Wirtschaftspsychologie beschäftigen ausführlich vor. Dort findest du nicht nur weitere Infos zu konkreten Inhalten, sondern auch gleich die passenden Hochschulen dazu.

Zu den Studiengängen

War dieser Text hilfreich für dich?

4,74 /5 (Abstimmungen: 70)

Weiterempfehlen

Wenn dir unser Angebot gefällt, freuen wir uns über eine Empfehlung!

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

Schließen

Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de